Social Bots oder wie Wahlen beeinflusst werden können

Diese Studie ist wirklich erschreckend. Eine aktuelle Studie (http://firstmonday.org/ojs/index.php/fm/article/view/7090/5653) von Wissenschaftlern um Alessandro Bessi und Emilio Ferrara des „Information Sciences Institute“ der University of Southern California konnte zeigen, dass einen Tag vor der heutigen US-Wahl 400000 sogenannte „Social Bots“ auf Twitter Beiträge posten und mit Usern debattieren. Diese „Bots“ sind nichts anderes als Computerprogramme, die automatisiert Antworten generieren und mit Hilfe von echt wirkenden Profilen verbreiten.

Schlimmer noch: diese Beiträge wurden mit der gleichen Häufigkeit re-tweetet, wie Tweets echter Profile, was ein Indiz dafür ist, dass diese „Bots“ kaum als solche wahrgenommen werden. Nahezu 20 % der Beiträge über die aktuelle US-Wahl stammten dadurch von derartigen „Bots“.
Nicht nur, dass diese Programme sehr zahlreich vertreten sind, so sind sie auch sehr einflussreich. Was wirklich bezeichnend ist, schaut man sich die Tragweite von Beiträgen in den „Social Media“ an. Ereignisse wie der „Arabische Frühling“ oder „Occupy Wall Street“ konnten sehr gut die Macht der online organisierten Massen aufzeigen.
Wer allerdings diese Bots programmiert, konnte nicht ermittelt werden, ist aber meiner Meinung nach sehr trivial.

Bildquelle: http://prn.fm/information-warfare-automated-propaganda-and-social-media-bots/

Der Nobelpreis für Medizin 2016 geht an Autophagie-Forscher aus Japan

Der Nobelpreis für Medizin 2016 wird an Prof. Dr. Yoshinori Ohsumi aus Japan vergeben. Ich hatte eigentlich erwartet, dass der diesjährige Preis an Prof. Dr. Emmanulle Charpentier für die Mitentdeckung des bahnbrechenden, gentechnischen Tools CRISPR-Cas9 verliehen werden würde, aber es kam nun doch anders. Sicherlich nicht unverdient. Seine 1993 veröffentlichte, wegweisende Puplikation

„Isolation and characterization of autophagy-defective mutants of Saccharomyces cerevisiae“

Honorary Professor Yoshinori Ohsumi

in der er und sein Kollege Tsukada 15 verschiedene Gene aus der Bäckerhefe, die für den zellulären Mechanismus der Autophagie wichtig sind, in mühsamer mikroskopischer Handarbeit beschrieben,  und natürlich für viele weitere Arbeiten zum diesem Thema, erschien dem Kommitee als würdig, die größte wissenschaftliche Auszeichnung innerhalb der Medizin und Biologie an diesen Wissenschaftler zu vergeben.

Ich gratuliere von Herzen, da die Autophagie ein sehr wichtiger, zellulärer Prozess, auch im Menschen ist. Folgende Grafik verdeutlich dies sehr gut:

autophagy

Die Autophagie könnte man sehr gut mit einer Art Selbt-Verdauung, oder treffender, mit einer Art Recyclingprozess beschreiben. Hungern z.B. menschliche Zellen, sprich werden diese nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt, so werden einzelne, nicht benötigte Proteine innerhalb der Zelle abgebaut und die Aminosäuren anderen, biochemischen Prozessen innerhalb der Zelle zugeführt. Ebenso spielt die Autophagie eine Rolle beim Abbau von defekten Proteinen (oftmals durch eine Fehlfaltung der Proteine herrührend, siehe dazu Tertiärstruktur der Proteine) und somit auch eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Krankheiten, wie z.B. Krebs. Aber auch bei Infektionen spielt dieser Prozess eine sehr wichtige Rolle, wie die Arbeitsgruppe unter Führung meiner geschätzen Kollegin Frau Prof. Dr. Tassula Proikas-Cezanne (Universität Tübingen) zeigen konnte.

In dieser Arbeit, in Zusammenarbeit mit meiner alten Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Friedrich Götz (ebenfalls Universität Tübingen), konnte eindrucksvoll gezeigt werden, wie mit der Bakterienart Staphylococcus aureus infizierte Zellen, diese Bakterien in sogenannten Autophagosomen umschlossen und höchstwahrscheinlich der Zerstörung mit Hilfe von bestimmten Enzymen (sogenannten Lysozymen) zugeführt werden. Also eine Art Abwehrmechanismus unseres Körpers, zusätzlich zu Mechanismen unseres Immunsystems.

Ich denke, es wird sehr gut ersichtlich, wie wichtig die Autophagie für die Gesundheit des Menschen ist.

Bildquellen:
http://www.titech.ac.jp/english/news/2015/030266.html
http://www.tanpaku.org/autophagy/

Das alte Lied vom Rauchen

Liebe Leser,

als Ex-Raucher ist mir das Thema Zigaretten ein sehr Wichtiges. Wie der neue Raucher-Atlas des Deutschen Krebsforschungsinstituts (DKFZ) schreibt, „sterben 121.000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens.“ Das sind 13,5% der jährlichen Todesfälle in Deutschland. Zudem wird im Norden mehr geraucht, als im Süden.

http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2015/dkfz-pm-15-49-Tabakatlas-Deutschland-2015-Neue-Daten-neue-Fakten.php

Dabei ist es tatsächlich einfach aufzuhören mit dem Rauchen. Man muss nur wollen, seine Lungen nicht mehr mit über 7000 chemischen Verbindungen zu behandeln, wovon 70 dieser Verbindungen bewiesenermaßen karzinogen, sprich krebserregend, sind.

Das Rauchen ist wie ein langsamer Selbstmord, für den man auch noch bezahlt.

Zigaretten