Social Bots oder wie Wahlen beeinflusst werden können

Diese Studie ist wirklich erschreckend. Eine aktuelle Studie (http://firstmonday.org/ojs/index.php/fm/article/view/7090/5653) von Wissenschaftlern um Alessandro Bessi und Emilio Ferrara des „Information Sciences Institute“ der University of Southern California konnte zeigen, dass einen Tag vor der heutigen US-Wahl 400000 sogenannte „Social Bots“ auf Twitter Beiträge posten und mit Usern debattieren. Diese „Bots“ sind nichts anderes als Computerprogramme, die automatisiert Antworten generieren und mit Hilfe von echt wirkenden Profilen verbreiten.

Schlimmer noch: diese Beiträge wurden mit der gleichen Häufigkeit re-tweetet, wie Tweets echter Profile, was ein Indiz dafür ist, dass diese „Bots“ kaum als solche wahrgenommen werden. Nahezu 20 % der Beiträge über die aktuelle US-Wahl stammten dadurch von derartigen „Bots“.
Nicht nur, dass diese Programme sehr zahlreich vertreten sind, so sind sie auch sehr einflussreich. Was wirklich bezeichnend ist, schaut man sich die Tragweite von Beiträgen in den „Social Media“ an. Ereignisse wie der „Arabische Frühling“ oder „Occupy Wall Street“ konnten sehr gut die Macht der online organisierten Massen aufzeigen.
Wer allerdings diese Bots programmiert, konnte nicht ermittelt werden, ist aber meiner Meinung nach sehr trivial.

Bildquelle: http://prn.fm/information-warfare-automated-propaganda-and-social-media-bots/

Moral or not Moral? Von der Moral des autonomen Fahrens.

Das autonome Fahren wird immer mehr zur Realität. In schätzungsweise 5-10 Jahren werden immer mehr Fahrfunktionen von einer KI gesteuert werden und wir werden uns zurücklehnen und eine Zeitung lesen. Wenn wir der Technik denn vertrauen wollen. Noch gibt es einige Probleme und Fragen zu klären. U.a. die Frage, wie denn die KI bei einer bevorstehenden und unvermeidbaren Kollision entscheiden soll, um möglichst viele Leben zu retten.moral Nur welches Leben ist lebenswert?

Der KI muss daher also eine Art Moral einprogrammiert werden. Dazu hat das MIT eine Moral Machine ins Netz gestellt, um zu verstehen, wie wir Menschen entscheiden würden.

Soll lieber eine Frau sterben oder ein Mann? Alt oder jung? Und was ist mit dem sozialen Status: gesetzestreuer Bürger oder doch lieber der Verbrecher?

Testet Sie es selbst:

http://moralmachine.mit.edu/

Bildquelle: http://caramelosblog.es/2011/10/moral-genetica/

Machen Katzen depressiv?

Eine der interessantesten Studie, die ich je gelesen habe:

es gibt anscheinend einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen depressiven Menschen und der Häufigkeit von Katzen gebissen zu werden. Kein Witz.

Dazu wurden die Daten von 1,3 Millionen Patienten ausgewertet, von denen schätzungsweise 117000 an einer Depression erkrankt waren. 750 Patienten wurden von Katzen gebissen und 41.3% dieser Bissopfer waren ebenso depressiv. Von 1108 Hundebissopfer dahingegen waren nur 28.7% depressiv. Noch interessanter: 85.5% der depressiven Katzenbissopfer waren weiblich.

Nun werden sicherlich viele sagen: was für ein Schmarn und auch ich bin bei epidemiologischen Studien immer sehr vorsichtig, ABER eine der von den Forschern aufgestellten Thesen klingt doch relativ plausibel:

Toxoplasma gondii, ein typischer Katzernparasit.

Es gibt Studien, welche zeigen konnten, dass eine Infektion des Menschen mit diesem Parasiten zu Schizophrenie, Zwangsstörungen und sogar Persönlichkeitsveränderungen führen kann. Die anderen Thesen besagen, dass depressive Menschen einfach aufgrund ihrer negativen Körperhaltung häufiger gebissen werden bzw. häufiger Katzen besitzen. Z.B. im Falle von einsamen Menschen. Nun werdet ihr euch höchstwahrscheinlich sagen: „Was für eine unnötige Studie“. Die Forscher schreiben explizit, dass die Ausgangsanzahl an depressiven Katzenbissopfern doch sehr gering war und noch weitere Studien nötig wären, um dieses ungewöhnliche Phänomen aufzuklären, es aber dennoch einen Nutzen im klinischen Alltag haben könnte, wenn man Katzenbissopfer auf Depressionen hin screent. Ob nun zu viele Depressionen diagnostiziert werden, um den Absatz an Antidepressiva zu steigern, ist ein anderes Thema.

Ich finde den Zusammenhang ziemlich interessant und nicht ganz so abwägig. Was meint ihr?

http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0070585